Nr. 122 „Der Senn von der Gsendalpe“

Personen: 7 He, 4 Da

Volksstück aus den Allgäuer Alpen in 3 Akten.

Marte, der Senn von der Gsendalp, wildert für die Wirtin Bärbel vom Grenzwirtshaus. Bärbel hätte es gerne, wenn ihre Nichte Sefele den Senn zum Mann nehmen würde. Die junge Magd aber wartet auf ihren im Krieg verschollenen Franz, obwohl ihr der berechnende Marte von dessen Tod erzählt hat. Sefeles Großvater und ihr Bruder, der Geißbub Michel, kommen hinter die dunklen Machenschaften des Senns. Als der Großvater von Marte angeschossen und auf der Gsendalp festgehalten wird, ist es der pfiffige Geißbub, der den Gendarmen auf die richtige Spur bringt. Bei seiner Flucht stürzt sich der Senn zu Tode. Für Sefele kommt mit der Rückkehr des totgeglaubten Franz alles zu einem guten Ende. – Ein echtes allgäuer Stück, das trotz der klischeehaft gezeichneten Figuren (der böse Wilderer) eine spannende und dramatische Wirkung erzielt.



Nr. 108 „Schüsse im Staatsforst“

Personen: 9 He, 3 Da

Volksstück in 5 Akten.

Das Wildern ist eine im Dorf weitverbreitete Unsitte. Forstmeister Dorn und der Oberjäger Weindler setzen alles daran, den Wilderern auf die Spur zu kommen. Der Bergführer Vogler und seine Freunde Crispines und Sylvest stehen unter Verdacht. Aber noch fehlen handfeste Beweise. Der neu ins Dorf gerufene Förster Reger, ertappt eines nachts Vogler auf frischer Tat und stellt ihn. Vogler ist jedoch ein alter Freund und Kriegskamerad des Försters. Reger lässt den Freund unbehelligt und gibt gegenüber dem Oberjäger Weindler vor, es sei zu dunkel gewesen um die Täter zu erkennen. Trotz des Vorfalls und den Bitten seiner Freundin Leni, kann Vogler seine Jagdleidenschaft nicht bezwingen. Reger und der Oberjäger überraschen die Wilderer erneut. Dabei wird Vogler durch den Oberjäger tödlich verletzt. Reger gesteht dem Forstmeister, dass er seinen Kriegskameraden bereits einmal entkommen ließ. Der Forstmeister verzeiht ihm, gibt ihm seine Tochter Erika zur Frau und setzt ihn als seinen Nachfolger ein.


Nr. 104 „Agath“

Personen: 5 He, 5 Da

Ein schwäbisches Bauernstück in 3 Akten.

Der verwitwete Wannenhofbauer, dem nach dem Tod seiner drei Sühne nur noch eine Tochter bleibt, weigert sich seine besten Äcker für einen Straßenbau zu verkaufen. Der Pfarrer droht mit Enteignung und nur Agath, die junge Großmagd hält zu ihrem Bauern. Daraufhin wird der Knecht Simpert eifersüchtig. Er will Agath heiraten, sobald er das Geld für einen eigenen Hausstand hat. In seiner Not lässt er sich vom alten , düsteren Stanes einreden die Agath solle den körperlich gebrochenen Bauern heiraten. Nach dessen Tod wäre Simpert, mit Agath als Weib, selbst Wannenhofbauer. Angetrieben vom Wunsch noch einen Sohn zu bekommen, hält der Bauer tatsächlich um die Hand der Großmagd an. Agath ist verzweifelt und sucht Hilfe bei Simpert. Bestürzt erkennt sie, dass es ihm nur um den Hof geht. Sie wendet sich von Simpert ab und gibt dem Bauern, um seiner kleinen Tochter Willen, ihr Jawort. Simpert geht vom Hof. Nach einem Jahr ist die Ehe immer noch kinderlos. Agath wird von ihrem Mann beschimpft. „A Baum trait Öpfel, oder er stauth umsonst in meim Garta.“ Wegen der Zwangsenteignung kommt es mit dem Pfarrer zur heftigen Auseinandersetzung. Der Bauer stirbt vor Aufregung. Monate später drängt das Gesinde Agath zu einer neuen Heirat. Agath möchte das Vermächtnis des Toten erfüllen und den Hof für die kleine Tochter erhalten. Der wiedergekehrte Simpert verspricht, in diesem Sinne zu handeln, wenn nur Agath endlich sein Weib wird. Dabei verschweigt er, dass die Magd Viktor von ihm ein Kind erwartet. Agath erfährt noch rechtzeitig davon, appelliert an Simperts Gewissen und verzichtet auf ihr eigenes Glück. „Ma kommt alloi, ma bleibt alloi – ma gauth alloi.“ – Eines der meisterhaftesten schwäbischen Volksstücke mit ernstem Hintergrund. Ohne falsches Pathos wird in ausdrucksvollen, oft ergreifenden Szenen das Schicksal einer Frau dargestellt. Mittels der Mundart ist dem Autor eine lebensnahe, fesselnde Schilderung vergangener Bauernzeiten gelungen.

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