Nr. 169 „Der schwarze Andrä“

Personen: 8 He, 3 Da

Ein Wildererstück aus den Tiroler Bergen in 4 Akten (7 Bühnenbildern).

Andrä Huber, genannt der „Schwarze Andrä“, ist ein in ungebundener Freiheit lebender, verwegener Wildschütz. Franz Achrainer, der neue Revierjäger, ist dem Andrä aber bald auf den Fersen und das treibt dessen abnormalen Ehrgeiz zu Hass, dies umso mehr, als er bemerkt, dass die von ihm leidenschaftlich geliebte Jungsennerin Barbl dem Achrainer in Liebe zugetan ist. Andrä sinnt auf Rache. So belauern sich und Wildschütz bis zum Tage der Austragung: Die beiden treffen sich unverhofft und schießen gleichzeitig. Achrainer stürzt getroffen zu Boden, wird aber nur verwundet. Tage darauf wird Andrä beim Wildern überrascht und umzingelt. Er nutzt einen Augenblick der Verwirrung und gewinnt mit einem wahnwitzigen Sprung die Felsplatte, wo er ein Gewehr verborgen hielt. Er, der zeitlebens ein „Freier“ war, will in kein Zuchthaus. Andrä greift sich das Gewehr aus dem Versteck, legt an, tritt nach rückwärts fehl und stürzt mit gellenden Aufschrei in die Tiefe. – Ein hochdramatisches Volksstück.



Nr. 150 „Bergheimat“

Personen: 8 He, 4 Da

Volksstück aus den Tiroler Bergen in 4 Akten (6 Bühnenbildern).

Fünfzehn lange Jahre schon ist der Josef, der ältere Sohn der Gwiggerbäuerin und gesetzlicher Hoferbe, vermisst. Sebes, der Jüngere, der an des Bruders Stelle den Hof betreut, glaubt nicht mehr an die Rückkehr des Bruders. Aber die Gwiggerin, die den Älteren liebt, wacht unerbittlich über dessen Rechte an Hof und Braut. Da Sebes von ihr kein Entgegenkommen erwarten kann, sucht er sich sein vermeintliches Recht hinter ihrem Rücken: er fälscht die Unterschrift der Mutter und erreicht so eine Todeserklärung des Bruders. Aus aussichtsreicher Stimmung und froher Lustbarkeit aber reißt ihn das zwiespältige Schicksal: der Almbote Girgl bringt ihm die Nachricht von der Heimkehr des Bruders. Im fürchterlichen Seelenkampf zwischen Rechtlichkeit und Eigenwillen erliegt Sebes: er zerstört den Steg über die Teufelsklamm und Josef stürzt auf dem Heimweg ab. Irr geworden an sich und der Welt flüchtet Sebes in die Berge. Aber Josef wird durch eine Glücksfügung gerettet und der Kaplan kann auf dem Gwiggerhof einen neuen Frieden und eine neue Ordnung stiften. Der Knecht Stachl in seiner dumm-dreisten Komik, des lebenssprühende Temperament der Magd Tina und die etwas schwerfällig verschmitzte gute Art des Almboten Girgl bringen viel erheiternde Abwechslung in den atemberaubenden Wirbel der Geschehnisse.

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